34. Spieltag:
Relegation
Mir geht’s schlecht, ich hab Relegation. So hat ein Kumpel
von mir die derzeitige Düsseldorfer Befindlichkeit treffend beschrieben. In der
Tat hat meine Fortuna es wahr gemacht und sich in die Entscheidungsspiele gegen
Hertha gearbeitet. Wobei man sich angesichts der dargebotenen Leistungen doch
ernsthaft fragt, was die da wollen. Aber egal, ein gutes Pferd springt halt
knapp und die Hoffnung stirbt zuletzt. Außerdem war der Sonntag Nachmittag in
der Altstadt laut und feuchtfröhlich.
Dieses epochale Ereignis hat natürlich für mich den gesamten letzten Spieltag überlagert, so dass es mir jetzt schwer fällt, mich noch mal auf das Bundesligageschehen zu konzentrieren. Ich will es aber trotzdem versuchen. Erwähnenswert ist dabei in erster Linie der „völlig unnötige Abstieg“ der Kölner, wie es Herr Schaefer so treffend formulierte. In der Tat war ich ziemlich fassungslos, nicht etwa ob der Tatsache, dass die Kölner gegen die Bayern verloren haben – das hat nach den vorherigen Darbietungen wohl keinen mehr überrascht. Sondern darüber, dass die Hertha die Hoffenheimer geputzt hat, wobei der Schiedsrichter da seinen Teil zu beigetragen hat, indem er den Hoffenheimer Babel wegen eines Allerweltfouls vom Platz gestellt hat. Damit hatte ich wirklich nicht mehr gerechnet.
Die Quittung dafür hat der FC erhalten, der jetzt den bitteren Gang in die zweite Liga antreten muss. Und das auch noch als Abschiedsgeschenk für Poldoski, es ist ein Trauerspiel. Nun kann man hingehen und sagen, das ist die Konsequenz aus einer Saison, in der die Kölner so ziemlich alles falsch gemacht haben, was falsch zu machen war, zumindest in der zweiten Hälfte. Ohnehin ist der Verein ja im Laufe der Jahre nicht gerade durch Stabilität und strukturierte Arbeit aufgefallen, sondern eher durch ein ständiges Hin und Her, das sich von der Vorstandsebene bis in die Mannschaft gezogen hat. Gepaart mit einem Anspruch, der mindestens europäisches Format verlangte. Allein die Realität hat dem schon lange nicht mehr standgehalten. Und so war es auch diese Spielzeit: Erst wurde ein neuer Trainer installiert, nachdem der vorherige vom Sportdirektor weggemobbt worden war. Der wollte mit einem System spielen, das anscheinend keiner der Spieler verstand. Aber das hat erst mal niemanden gestört, es klang ja alles so modern und sollte auf Perspektive angelegt sein. Doch irgendwann wurde man in der Domstadt doch nervös, Perspektive ist ja schön und gut, aber wir wollen auch mal gewinnen. Daraufhin fing der Sportdirektor schon wieder an, den Trainer zu mobben. Das haben sich die Verantwortlichen nicht lange angeschaut und haben ihrerseits den Sportdirektor entsorgt, um dem Trainer zu zeigen, dass sie Vertrauen zu ihm haben. Leider hielt dieses Vertrauen nicht lange vor, so dass der Trainer wenig später auch entlassen wurde. Zusätzlich wurden den Spielern drastische Maßnahmen angedroht, die allerdings von dem neuen Trainer, der wieder der alte war, umgehend zurückgenommen wurden. Doch egal, was unternommen wurde, an den Spielern lief alles unbemerkt vorüber und sie spielten konstant so grottig, dass es zum Haare ausraufen war. Und so zeigt sich, dass mit gerademal einem Torwart und einem Stürmer von Bundesligaformat kein Blumentopf zu gewinnen ist. Also kam es, wie es kommen musste und das neue Präsidium wird eine Menge zu tun haben, um diesen Müllhaufen ordentlich auszumisten und einen sinnvollen Neustart auf die Beine zu bringen. Mir tut das sehr Leid, denn ich finde, dass die Kölner trotz des ganzen Chaos in die erste Liga gehören. Auch ohne Podolski. Aber bitte erzählt das nicht meinen Düsseldorfer Freunden.
Auf jeden Fall kann ich mich jetzt unbesorgt auf die Relegation konzentrieren, denn die Hertha würde mir in der Bundesliga überhaupt nicht fehlen. Doch dazu muss die Fortuna über sich hinauswachsen und das sehe ich noch nicht so plastisch.
Darüber hinaus wünsche ich allen Lesern eine wunderbare Sommerpause mit tollem Wetter und einer sensationellen EM. Ihr hört von mir.
Bis denne, Bene
Die Spieltage




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